KOMFORT
Mechanischer Komfort
Komfort zählt im Fahrzeug zu einem Bestandteil der Sicherheit. Komfortabel sitzen heißt ausgeruht sitzen, und das heißt wiederum sicher fahren.
Die Bestandteile des Sitzes lassen heute nicht mehr eindeutig in reine Komfort-, Funktions- oder Sicherheitspunkte katalogisieren. Sie sind alle miteinander verflochten. So können die Verstellfunktionen genauso zum Komfort gezählt werden wie Polsteraufbau, Sitzklimatisierung und gezielte Unterstützung.
Der Begriff Sitzkomfort ist schwierig zu formulieren Komfort ist ein sehr subjektiver Bestandteil der Sitzentwicklung. In den vergangenen Jahren hat man sich zunehmen näher mit diesem Thema beschäftigt. Anhand ergonomischer und physiologischer Untersuchungen wurden Erkenntnisse über die richtige Sitzhaltung und damit Sitzgestaltung gewonnen.
Eine Erkenntnis ist das dynamische Sitzen. Es ermöglicht dem Insassen eine Körperhaltung, die beliebig verändert werden kann. Jeder kann während des Fahrens an sich selbst beobachten, dass das Sitzen aus ständigen kleinen Positionswechseln besteht. Hintergrund ist die Entspannung von bisher belasteten Haut-, Muskel- und Wirbelsäulenpartien. Durch minimale Positionsveränderungen (dynamischem Sitzverhalten) werden diese be- und entlastet und haben damit die Möglichkeit, sich zu erholen.
Ein gut funktionierender, ermüdungsfreier Körper überträgt den Zustand auch auf die innere Stimmung und seelische Ausgeglichenheit und damit auf die Aufmerksamkeit beim Fahren.
Trotz aller Basisdaten entwickeln sich bei den einschlägigen Instituten eigenständige Interpretationen und Philosophien. Das beginnt bei unterschiedlichen Konstruktionslagen der Dummys und geht bis zu eigenständigen Polsteraufbauten und damit verbundenen Sitzdruckverteilungsbildern. Trotz aller Messdaten wird der Komfort immer durch Einsatzversuche der Komfortverantwortlichen beurteilt, korrigiert und freigegeben.
Auf die Insassen von Kraftfahrzeugen wirken während der Fahrt stets völlig regellose Schwingungen, hervorgerufen vor allem durch Fahrbahnunebenheiten, aber auch durch dynamische Vorgänge in Fahrzeugaggregaten. Je nach Intensität, Frequenz, Dauer, Richtung und Einwirkstellen beeinflussen diese mechanischen Schwingungen den menschlichen Körper als Ganzes sowie einzelne Körperteile, Relativbewegungen der einzelnen Massen gegeneinander und Teileresonanzen sind dabei möglich.
Die Abbildung zeigt das Ersatzsystem mit den Eigenfrequenzen der verschiedenen Teilmassen. Diese Resonanzfragen gelten für vertikale, sinusförmige Erregungen, können aber auf den regellose Schwingungsverlauf prinzipiell übertragen werden.