KOMFORT
Komfortbewertung durch Erprobung
Im Bereich der Komfortbeurteilung werden eine Vielzahl von Versuchen durchgeführt. Beispielhaft seien hier die Sitzdruckverteilungsmessung sowie die Schwingungsanalyse näher ausgeführt.
Außerdem existieren noch weitere Möglichkeiten der Komfortbewertung. Als Alternative zur Sitzdruckverteilungsmessung kann z.B auch eine Kontaktstellenanalyse durchgeführt werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, durch ein Thermographie- Verfahren einen Soll- Ist Vergleich mit bestehenden CAD- Daten vorzunehmen.
Außerdem können durch Messung der Muskelkräfte der Probanden Verspannungen während des Versuches sichtbar gemacht werden. Diese Daten dienen als Grundlage für weitere Komfortverbesserungen.
Sitzdruckverteilungsmessung
Mit einem Stempel wird die Sitzfläche abgetastet und die Druckverteilung z.B in einem Sitzdruckverteilungsgebirge dargestellt. Diese Darstellung ist geeignet, um mit ungeübten oder fachfremden Mitarbeitern die Problematik zu diskutieren. Die Höhe des Gebirges drückt die relative Höhe der Drücke auf der Sitzfläche aus. Genauso gut kann auch mit einem zweidimensionalen, farblich getrennten Diagramm gearbeitet werden.
Schwingungsanalyse
Bei der Schwingungsabstimmung des Teilsystems Sitz- Mensch ist darauf zu achten, dass die Eigenfrequenz dieses Systems nicht im Bereich der Hauptresonanzen menschlicher Körperteile liegt. Erfahrungsgemäß reagiert der Mensch im Hauptresonanzbereich seines Körpers (3-8 Hz) empfindlicher als in den Nachbarfrequenzen, und er ist gegenüber Schwingungen mit 2-3 Hz relativ unempfindlich. Folglich sollte die maximale Amplitudenvergrößerung V0 der Sitzresonanzkurve (Vergrößerungs- oder Übertragungsfunktion) in letztgenanntem Bereich von 2-3 Hz liegen.
Die maximale Amplitudenvergrößerung Vg (bei der Frequenz fg) sollte einen möglichst kleinen Wert aufweisen, der Bereich für V<1 (Dämpfung) nach dem Resonanzfall bereits bei einer relativ niedrigen Frequenz f1 beginnen. Das Maß der Sitzdämpfung sollte so groß sein, dass im Resonanzfall der Dämpfungsfaktor D (Lehrsches Dämpfungsmaß) im Bereich um 0,1 liegt. Die Beschleunigung s darf im Resonanzfall nicht zu hoch ausfallen, damit die Belastungen für den sitzenden Menschen ein erträgliches Maß nicht überschreiten.
Das Lehrsche Dämpfungsmaß D und die Beschleunigung X lassen sich aus der Resonanzkurve nach folgenden Formeln ausrechnen:
D=0,5/V X=(2*R*f)*2aV
V= Amplitudenvergrößerung bei einer beliebigen Frequenz f
a = Erregeramplitude