SICHERHEIT
Gurtstraffer
Der Gurtstraffer ist ein System zur Verringerung der Gurtlose. Anders als ein Gurtwegbegrenzer, der den Gurt nur festklemmt, spannt der Gurtstraffer den Gurt, indem er den Retraktor zurückdreht oder das Gurtschloss zurückzieht. Es gibt verschiedene Funktionsweisen, um das Aufrollen bzw. Zurückziehen zu ermöglichen. Bei den meisten Gurtstraffern wird der Spannmechanismus durch einen Kolben in Gang gesetzt, der durch eine Explosivladung oder eine Feder bewegt wird. An dem Kolben wird z.B ein Seil befestigt, welches die Gurtwickelspule entgegen der Auszugrichtung zurückdreht oder das Gurtschloss zurückzieht. Bei der Positionierung der Explosivladung ist zu berücksichtigen, dass bei Zündung heiße Gase von bis zu 1000 °C austreten.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, durch einen Kolben Druck auf eine Flüssigkeit (Wasser- Glyzerin- Gemisch) auszuüben. Die Flüssigkeit treibt eine Turbine an, die den Gurt dann aufrollt.
Ähnlich funktionieren die Rotationsstraffer, bei denen die Energie durch kleine Kugeln auf die Spule übertragen wird. Vorteil der gurtschlossseitigen Straffer ist, dass sie gleichzeitig auf Schulter- und Beckengurt wirken.
Der Auslöseimpuls des Gurtstraffers erfolgt über einen Sensor, der autark oder mit dem Airbag gekoppelt sein kann. Nach Überschreiten des Verzögerungs- Schwellwerts wird der Gurt bei z.B einem Maueraufprall mit 50 km/h innerhalb von 20 ms mit 1000 N gespannt.
Je nach Positionierung des Gurtstraffers übt das System eine andere Kraft auf den Insassen aus.
Die Positionierung im Gurtschloss bewirkt eine gleichmäßige Aufteilung der Kraft zwischen Bauch- und Oberkörpergurt.
Die Positionierung des Gurtstraffers im Aufroller hat eine erhöhte Wirksamkeit im Oberkörpergurt.
